22.07.07 20:37 Alter: 10 Monat(e)
Von: cw

Henning Seele neuer Präsident der Kranzreiter

Weil er mit nur einem Fehler in den achten Durchgang beim Hahler Kranzreiten ging, konnte er am Ende triumphieren: Henning Seele riss das Eichenlaub-Rund in der Moor-Arena häufiger als alle anderen aus der Halterung und holte sich mit dieser Leistung den Präsidententitel. Als Präsidentin benannte er seine Schwester Elena.


Wurde Sieger des Hahler Kranzreitens: Henning Seele. Als Präsidentin reitet seine Schwester Elena an seiner Seite. Foto: Christian Weber

Gestern mittag wurde der Vorjahres-Präsident Christoph Seele von den Hahler Kranzreitern vom Hof Bekemeier an der Hahler Dorfstraße zum Wettkampf in der Moor-Arena am Mittellandkanal abgeholt – abends kehrten die Kranzreiter auf die Hofstätte zurück, um das neue Präsidentenschild anzunageln. Denn Hennig Seele hatte in diesem Jahr geschafft, was sein Bruder Christoph gerne ein drittes Mal erreicht hätte – sich den Titel geholt.

Dabei hatten die Brüder viele Mitbewerber. Insgesamt 35 Reiter – und damit sieben mehr als im vorigen Jahr – versuchten gestern beim Hahler Kranzreiten die optimale Mitte zu finden. Dies stellte einen neuen Rekord für die vergangenen Jahre dar. Die ältesten Teilnehmer waren 44, die jüngsten 17 Jahre alt.

Für alle war es ein schwieriger Wettkampf. Der Boden der Moor-Arena war von den Regenfällen der vergangenen Wochen noch arg feucht und sorgte für ein schweres Geläuf unter dem Galgen her. Einerseits muss das Pferd im Galopp unter dem Galgen durch, andererseits darf es auch nicht zu schnell sein, sonst wird der sichere Griff zum Kranz ein Problem.

Dabei gelang es Henning Seele, seine mehrjährige Erfahrung zu nutzen und den Eichenlaub-Kranz innerhalb der ersten sieben Durchgänge bis auf einmal sicher aus seiner Halterung zu reißen. Danach waren noch acht Reiter im Rennen, wobei außer Hennig Seele allen anderen schon zwei Fehlgriffe passiert waren. Und dieser kleine Unterschied machte den Sieg aus. Denn als der Kranz sich im achten Durchgang in etwa 4,60 Metern Höhe befand, griffen Henning Seeles sieben Mitbewerber – darunter auch sein Bruder Christoph – allesamt vorbei, leisteten sich damit ihren jeweils dritten Fehler und schieden demzufolge aus. Hiermit stand der Sieger gegen 18.45 Uhr fest, ohne dass dieser noch einmal springen musste.

Wie beim eigentlichen Kranzreiten wurden auch beim Vorwettkampf – dem so genannten Flaschenreiten – acht Durchgänge benötigt, um den Sieger zu ermitteln. Hier setzte sich Christian Steffen gegen Henning Seele durch und wurde gegen 15.05 Uhr „Flaschenpräsident“. An diesem Vorwettkampf, der etwas mehr als eineinhalb Stunden dauerte, nahmen 33 Reiter teil, von denen 31 in den ersten sieben Durchgängen ausschieden.

Sowohl beim Flaschenreiten wie auch beim Kranzreiten gab es für die mehreren tausend Zuschauer viel Wagemut und dramatische Szenen zu sehen, die bei ein paar Reitern zu schmerzhaften Erfahrungen führten. Gerade der Wagemut der Reiter ist es aber, der immer wieder dafür sorgt, dass die Zuschauer selbst aus weiter Ferne anreisen, um das Hahler Kranzreiten zu erleben. Beispielsweise konnte Oberst Rainer Bort einen Bus voller Zuschauer aus dem Stubaital in Österreich besuchen. Andere Besucher kamen aus Recklinghausen und ein jüngerer sogar aus Australien – nur um einmal selbst zu erleben, warum zur „Haohler Kranzriehetiet“ in dem ehemaligen Dorf die Uhren anders zu ticken scheinen.


 

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